Une publicité de 1915
ESCHER TAGEBLATT 08.01.1915
Luxemburg, 7. Jan. ─ Untersuchung.
Das “Café des Mille Colonnes” am Pariserplatz war lange Zeit der Sammelpunkt aller Sportliebhaber und Sportfreunde der Stadt und weiteren Umgebung. Hiehin gingen die Luxemburger ihren Landsmann François Faber anwundern, wenn er auf Besuch war oder eine Etappe des “Tour de Belgique” ihn nach hieher fuhr. Hier wurde auch manches Sport- und sonstiges Fest ausgehackt, das Hunderte auf die Beine brachte. Der Inhaber ist im ganzen Lande als “Eugen” bekannt, ein quecksilberner improvisierender Mensch. Kürzlich mußte er umziehen, das war eine besondere Gelegenheit! Es galt eine Reklame zu machen für sein neues Lokal. Er verfiel auf die ihm harmlos dünkende Idee, wie er es oft im Ausland gesehen, Reklamezettel drucken zu lassen, deren ganze Aufmachung, bei flüchtiger Betrachtung, einer Banknote nicht ganz unähnlich sieht. Als Muster diente ihm die neue kleine Kriegsnote der Internationalen Bank, mit dem Werte 1 Mark. Die Legende ward durch einen Witz ersetzt. So wanderte dann die Reklame von den zahlreichen Gästen in die Welt. Manche aber verlor sich in einer Kasse. Man schimpfte oder lachte, bis die Polizei sich der Sache annahm, den Rest Noten an sich nahm nebst der Bleiform beim Drucker. So hatte denn der ahnungslose Wirt unbewußt ein Gesetz aus dem Jahre 1892 mit dem Ellenbogen gestreift, das sich mit derartigen Sachen beschäftigt. Hoffentlich ist mit der Konfiskation des corpus delicti die Sache, deren Harmlosigkeit augenfällig ist, abgetan.
(Journal consulté aux Archives nationales)
Café des Milles Colonnes place de Paris: act. Banque Dexia (maintenant de nouveau BIL).