Rôle des constructeurs et vendeurs en 1950
JOURNAL 17.03.1950
Vor dem offiziellen Beginn der Radsportsaison
Bis in den Monat Oktober hinein, wird nun unsere Radsportrubrik von den Leistungen unserer Fahrer künden. Ungerecht aber wäre es, wenn nicht auch die Konstrukteure erwähnt würden.
Es hieß, Eule nach Athen tragen, sollten wir es unterfangen, die wichtige Rolle, welche Radfahrkonstrukteure und Händler in unserm inländischen Radsporte spielen, erst einmal zu beweisen. Hierin weiß jedes Kind Beweis.
Aus den reichen Erfahrungen ihrer Sportlerlaufband schöpfend und stets darauf bedacht, sich die letzten technischen Errungenschaften für ihre Marke zu eigen zu machen, sind die Nic. Frantz, Jos. Rasqui, Pierre Clemens, Maurice Gillen, Aloyse Klensch, Jacques Majerus, Jean Ferrari, Bim Diederich und wie sie alle heißen, wirklich gut plaziert sind, den jungen Mann, der die Radfahrerlaufbahn einschlagen will, zu beraten und zu schulen. Wir vermeiden es, alle Namen anzuführen, um keinen ungewollt zu vergessen, da sogar ganz bescheidene Fahrradhandlungen einzelner Dörfer sehr aktiv in unser Sportgeschehen eingreifen, indem sie ihre “poulains” meisterhaft betreuen. Ihnen alle ohne Ausnahme, gebührt darob der Dank und die Anerkennung seitens der luxbg. Radsportgemeinde.
Wenn aber eine Firma sich große Verdienste in der Förderung unseres Nachwuchses erworben hat, dann ist es sonderzweifel diejenige, welche die Marke “NICOLETT” führt.
Während wir früher in Luxemburg die ausländischen Fabrikationen einfachhin übernahmen, hat sich seit Jahren eine große Wandlung vollzogen. Den ersten Schritt taten die Olympia-Werke. Während dieselben nach dem Prinzip der Serienfabrikation verfahren, hat der findige Konstrukteur Nic. Hoffmann nach Kriegsende, d. h. nach seiner Heimkehr aus deutschen KZ’s, andere Wege eingeschlagen, die bereits heute ihre Früchte zeitigen. Wie die Olympia-Werke, so trachtet die Firma Hoffmann danach, einen eigenen Typus für unsere besonderen Verhältnisse zu schaffen. Daß er sich hierbei ausländischer Spezialisten mitbedient, zeugt nur für die Gewissenhaftigkeit seines Unternehmens. Herr Hoffmann schuf seine eigene Fahrradmarke, die “NICOLETT”.
Er zögerte keinen Augenblick, das Beispiel großer französischer Firmen nachzuahmen und legte sich eine Radfahrermannschaft zu. Gleich der Marke Peugeot, die heute den Velo-Club Levallois mit Material unterstützt, nahm sich die Marke Nicolett bereits vor zwei Jahren der Rennmannschaft der Union Cycliste Dippach an. Es sollte sich erweisen, daß der Scharfsinn des Konstrukteurs große Erfolge zeitigen konnte. Die Bintener, Schoder, Schosseler, Franck, Kass, Kellen, Polfer, Bintz, Biver hielten reiche Ernte. Wir wollen einflechten, daß Hr. Hoffmann zu gleicher Zeit die Generalvertretung der bestbekannten französischen Marke Garin führt, der unsere Berufsfahrer-Streitmacht Bim Diederich, Kirchen, J. Goldschmit, Kemp angehören. Während der letzten Rennsaison fanden wir die Nicolett-Fahrer dauernd an der Spitze unserer Rennen.
(Journal consulté aux Archives nationales)