Louison Bobet, vainqueur du TdL 1955
Escher Tageblatt 07.06.1955
Was Louison Bobet uns sagte
Trotz Überbeanspruchung fand Louison Bobet nach der Schlußetappe unter den Duschen einige Minuten Zeit, um unsere Fragen zu beantworten und in liebenswürdigster Weise Aufschluß zu geben über seine Teilnahme, seine Eindrücke und seine Pläne.
„Weshalb ich den Tour de Luxembourg bestritten habe? Ich hatte dazu gewisse Gründe. Seit Paris-Roubaix hatte sich meine Aktivität auf leichtere Bahnrennen und Kriterien beschränkt. Dieses Etappenrennen mußte mir daher im Rahmen meiner direkten Tour de France-Vorbereitung zur Wiederkontaktnahme mit der Straßenkompetition willkommen sein.
Die Strecke? Schwer, sehr schwer! Besonders die Schlußetappe. Un col, un virage, un village, un col. Dabei zu lang, was die Aktionen hemmt und nicht im Interesse der Rundfahrt ist. (Dies war auch die Meinung Jean Bobets.)
Nun, ich bin zufrieden, sogar mehr als zufrieden. Nach zweiwöchigem Training in der Gegend von Millau glaubte ich mich nicht in einer solchen Verfassung. Nach den taktischen Ablenkungsmanöver mit Le Ber und dessen Schwäche vor Diekirch befand ich mich etwas überraschend an der Spitze des Generalklassements. Es galt nun, meine Chance zu verteidigen. Das ist mir gelungen. Mais ce Gaul, il m’a fait mal!
Ich will nun versuchen, meiner Form im „Dauphiné“ den letzen Schliff zu geben.
Meine Objektive? Zunächst die Championnat de France, selbstverständlich der Tour de France und dann die Verteidigung meines Weltmeistertitels in Rom.“
„Und Ihre gefährlichsten Gegner im Tour de France?“ Ein leichtes Zögern. Dann: „Coppi, Kübler und Gaul!“
(Journal consulté aux Archives nationales)
Classement final:
1.Bobet Louison
2.Ernzer Marcel
3.Gaul Charly
7.Kemp Willy
14.Gelhausen Francis