L'étudiant volant (3)
SPORTS 21.12.1944
Wir haben diesen jungen Riesen (1,86 m groß) am Werke gesehen. Wir haben auch verglichen: Und wenn Henri Desgrange immer wieder schrieb, dass bei einem Rennfahrer nur „la tête et les jambes“ zählen, so bedauern wir, dass wir dem leider verstorbenen großen französischen Fachmann zur Illustrierung seines Grundsatzes den jungen Luxemburger Studenten der Tertia, Lull Gillen, nicht präsentieren können. Wie er im Sattel sitzt, geradezu wie mit seiner Maschine verwachsen, dem Gegner jede Regung und Absicht abstudiert, ihm selbst aber jede Finte und jeden Trick verheimlicht und im gegebenen Augenblick die unmöglichsten Tricks auf Lager hält, das verrät Souveränität, Können – einfach Klasse!
Knapp 3 Jahre ist Lull Gillen im „Betrieb“. Dieser war durch die Kriegsverhältnisse gewissermaßen beschränkt. Aber wir erwarten mit Sehnsucht den Tag, wo die Grenzen der Länder sich wieder auftun und die Pforten der internationalen Rennbahnen sich wieder öffnen werden. Wir wollen nicht Prophet spielen, aber unser Vertrauen sagt uns, dass der Name des Luxemburgers Lull Gillen eines Tages, über die Weltklasse-Amateure hinweg, auf jenen Plakaten glänzen wird, die uns von Welt-Begegnungen der Fliegerrennen in der Berufsklasse künden werden. Und auch von den sensationellen Mannschaftsfahren, in welcher Spezialität sich Lull Gillen nachgerade als Virtuose und Akrobat auszuwachsen scheint…
(Journal consulté au Département ministériel des sports)