Arguments contre le cyclisme sur route en 1902
ESCHER JOURNAL 09.08.1902
Bettemburg. ─ Einen beklagenswerten Unfall mit tödlichem Ausgang hatten die Rennfahrten des Escher Radfahrerklubs zur Folge. Der hiesige Klempnermeister J. P. Rettel wurde nämlich von einem Radlerpaar überrannt und starb die folgende Nacht ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Welche Ironie des Schicksals! Der ehrsame Klempnermeister, der sein halbes Leben in schwindelnder Höhe bei gefährlicher Arbeit dem Tode getrotzt, verliert jetzt auf ebener Erde am hellen Tage auf so traurige Art sein Leben.
Jeder unbefangene urteilende Mensch stellt sich da unwillkürlich die Frage, wo sollen wir schließlich bei solchen Hetzjagden anlangen? Da vergeht fast kein Radfahrerwettstreit, wo niemand überrannt wird, oder wo absichtlich der eine oder andere von den Wettfahrern zu Fall gebracht wird. Den an dergleichen Veranstaltungen nicht Beteiligten, kann es schließlich gleichgültig sein, wenn junge Leute dumm genug sind, ihre Haut für eine bleierne Medaille zum Nutz und Frommen der Fahrradfabrikanten zu Markte zu tragen, wenn man jedoch aus diesem Anlaß auf öffentlicher Landstraße des Lebens nicht mehr sicher ist, da wird die Sache gemeingefährlich im allerhöchsten Grade. Die Regierung sollte ein für allemal diesem Unfug auf den Staatsstraßen ein Ende machen, und seien auch noch so noble Herren an der Spitze dieser Sportveranstaltungen. Das Leben der Bürger soll nicht durch das Interesse ausländischer Fahrrad- und Automobilfabriken in Gefahr gebracht werden.
(Journal consulté aux Archives nationales)